Edin Hasanovic im Halbdunkel
True-Crime-Dokureihe · 3 Fälle3 × 45 Min

Eine True-Crime-Dokureihe mit Edin Hasanovic

Mein LebenDanach

Was die Gewalt hinterlässt

SCROLL

Leitfrage

Wer war es?

Was bleibt?

Was die Gewalt hinterlässt

Emotionale oder körperliche Gewalt kann überall geschehen: auf der Straße, in der S- oder U-Bahn, in der eigenen Wohnung, im Feed. Edin Hasanovic trifft Menschen, denen das widerfahren ist und gibt ihnen eine Stimme. Denn zu oft bekommen die Täter die Schlagzeilen, während die Betroffenen zur Randnotiz werden.

Durch ein intensives, fokussiertes Gespräch mit dem Opfer will Edin Hasanovic „in den Kopf und in den Körper der Menschen“ gelangen – nie reißerisch, sondern immer respekt- und würdevoll. Mit großem Einfühlungsvermögen führt Edin seine Gespräche – mit Menschen, die er im Interview zum ersten Mal trifft. So macht er die Gewalt für die Zuschauer:innen greifbar, schärft ihr Gespür und führt ihnen vor Augen, was die Verletzung konkret für das Opfer und sein Leben bedeutet.

In MEIN LEBEN DANACH wird aus einer Zahl eine Biografie.

Die Folgen

Edin Hasanovic im Profil, nachdenklich

Drei Folgen.
Drei Fälle.

Jede Folge erzählt einen konkreten Fall. Schlüsselmoment ist der Augenblick, der das Leben des jeweiligen Opfers durch eine Gewalterfahrung grundlegend verändert hat. Erzählt wird konsequent aus der Sicht der Betroffenen, nicht aus der des Täters. Was wir über Mobbing, Gewalt in der Partnerschaft oder digitale Gewalt erfahren, entsteht aus der Geschichte heraus, nicht als Lehrstück – weder anklagend noch besserwisserisch. USP der Sendung ist das reduzierte, fokussierte Gespräch zwischen Edin Hasanovic und dem Opfer.

01

Bahnsteig

Gewalt im öffentlichen Raum

Am U-Bahnsteig wird ein junger Mensch mit einem Messer angegriffen. Schwer verletzt überlebt er diese Attacke. Er erzählt, wie sich das Leben danach anfühlt – und wie er mit der Angst und den körperlichen und seelischen Verletzungen lebt.

Bahnsteigkante unter einer kalten Leuchtstoffröhre, ringsum Dunkelheit
Bahnsteig
Dunkler Wohnungsflur, Türkette an der Wohnungstür
Zuhause
02

Zuhause

Gewalt in der Partnerschaft

Stalking, Kontrolle, Gewalt – durch den Menschen, der einem am nächsten stand. Eine Betroffene erzählt, wie Angst zum Alltag wurde und was es braucht, um aus dieser Spirale wieder herauszukommen.

03

Feed

Gewalt im digitalen Raum

Ein Jugendlicher wird über Monate online gemobbt – von einem Täter, der sich im Netz radikalisiert hat. Bis die digitale Gewalt in reale umschlägt. Erzählt aus der Sicht des Opfers und der Menschen, die ihm am nächsten stehen.

Leuchtendes Smartphone auf einem Bettlaken im dunklen Zimmer
Feed

Das Format

Eine Folge in drei Schritten

01

Der Fall

Edin Hasanovic führt in den Fall ein, beschreibt die Vorgeschichte und den Moment des Gewaltausbruchs. Rein faktisch, gestützt auf sorgfältig recherchierte Informationen. Der Fall wird durch Archivmaterial und Reenactments bebildert. Edin stellt Fragen, recherchiert, sortiert Informationen und stellt Hypothesen auf.

02

Die Spurensuche –
Edin unterwegs

Im direkten Umfeld des Opfers sucht Edin Hasanovic nach Antworten. Er geht an die Orte, an denen die Gewalt geschah, und trifft Eltern, Freunde, Familienmitglieder, Lehrer:innen und Ermittler:innen. Dazu stellt er in jeder Folge eine Frage, etwa: Wie leicht ist es, an ein Kampfmesser zu kommen? Gemeinsam mit Expert:innen und unter kontrollierten Bedingungen zeigt Edin, wie wenig es braucht, um zum Täter zu werden – und wie schutzlos die Opfer oft sind.

03

Die Begegnung

Das Treffen mit dem Opfer in reduzierter, inszenierter Kulisse ist der Höhepunkt jeder Folge – ganz auf das Gespräch zwischen Edin Hasanovic und dem Opfer fokussiert. Edin trifft den Menschen, mit dem er sich im Vorfeld intensiv beschäftigt hat, zum ersten Mal persönlich.

Letzte Vorbereitungen hinter den Kulissen bauen zusätzlich Spannung auf. Während des Gesprächs wird Edin seine Recherchen, Medienberichte gemeinsam mit dem Opfer besprechen („Wir gucken uns mal eine Sequenz an, bei der ich mich gefragt habe...“). Er nimmt aber auch Zweifel auf, mit denen die Opfer durch ihr Umfeld konfrontiert werden (Aussagen wie: „Kann doch jetzt nicht mehr so schlimm sein!“). Und er durchbricht immer wieder die Ebene des Gesprächs durch Reflexionen, in denen er direkt in die Kamera spricht.

Look & Feel

Look
& Feel

Cineastisch, ruhig, nah und hochwertig. Gedämpfte Farben mit einem kühlen Grünstich, geringe Tiefenschärfe, viel Raum für Gesichter. Die Kamera beobachtet, sie bedrängt nicht. Alles, was reißerisch wirken könnte, lassen wir weg: keine Effekte, keine Blaulicht-Ästhetik.

Der FallArchiv und Reenactment

Das Archivmaterial wird zurückhaltend bearbeitet: entsättigt, in die Farbwelt der Reihe eingebunden. Die Reenactments sind impressionistisch statt nachgestellt: Fragmente, Details, Unschärfen, Orte ohne Menschen, keine erkennbaren Gesichter und keine Gewaltdarstellung.

Die Spurensuche –Edin unterwegs

Der bewegte Gegenpol zum Studio. Dokumentarisch und beobachtend, Handkamera, natürliches Licht, Originalorte. Edin ist unterwegs, trifft Eltern, Freunde, Lehrer und Ermittlerinnen. Das Bild ist offener und lebendiger, mehr Tageslicht, mehr Alltag.

Die Begegnungim Studio

Das Herzstück und der USP der Reihe. Ein reduzierter Raum, hell und sanft ausgeleuchtet, mit weichem, warmem Licht, das Geborgenheit schafft statt Verhörsituation. Zu den Rändern hin wird der Raum dunkler, so bleibt der Blick ganz bei den beiden Menschen in der Mitte. Im Zentrum steht ein großer, runder Tisch. Edin und das Opfer sitzen nicht einander gegenüber, sondern nah beieinander am Rand des Tisches. Die Kamera beobachtet, ohne zu bedrängen und bleibt trotzdem nah: Augen, Hände, Pausen. Die Stille im Gespräch darf und soll stehen bleiben.

Die Reflexion –Edin allein

Edin spricht direkt in die Kamera, in der Lichtwelt des Studios, aber allein im Raum. Ruhig, ungeschnitten, persönlich. Dadurch gibt er dem Zuschauer Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt: Was macht die Begegnung mit ihm? Wie groß war die Überwindung? Diese Momente geben dem Publikum Zeit, das Gehörte nachwirken zu lassen.

Die Bildsprache

Die Bildsprachevon kalt zu warm

Visuelles Konzept · DoP Bernd Hermes

Jede Folge hat einen Farbverlauf. Sie beginnt kalt, bläulich und grünlich, dort, wo die Gewalt geschah. Mit der Spurensuche wird das Bild neutraler und offener. In der Begegnung im Studio ist es warm und geborgen.

Der FallSpurensucheDie Begegnung
Eine gebaute Bahnsteigkante in einer dunklen Halle, beleuchtet von einer einzelnen Leuchtstoffröhre
Erinnerungsraum · Bahnsteig
01

Der FallErinnerungsräume

Kalt

Die Reenactments entstehen in einer dunklen Halle. Gebaut wird nur, woran sich die Betroffenen erinnern. Eine Bahnsteigkante und eine Leuchtstoffröhre. Eine Wohnungstür und ein Küchentisch. Ein Jugendbett und das Leuchten eines Displays. Alles andere bleibt schwarz. Erinnerung ist lückenhaft, und genau so sieht der Raum aus.

Wir zeigen den Moment davor und den Moment danach. Die Tat selbst zeigen wir nie. An ihrer Stelle geht das Licht aus.

Ein einzelner, kalter Lichtkegel von oben. Die Kamera bewegt sich langsam und kontrolliert, oft seitlich. Viel Ruhe, viele Details. Darsteller:innen sehen wir nur angeschnitten, als Silhouette oder in der Unschärfe. Nie erkennbare Gesichter.

So entsteht eine eigene, wiedererkennbare Bildwelt. Kein Blaulicht, keine Taschenlampen, keine nachgespielte Gewalt. Und alle Erinnerungsräume entstehen in derselben Halle. Das macht sie gut planbar.

Wir stellen die Tat nicht nach. Wir bauen Erinnerungen.

02

Die SpurensucheEdin unterwegs

Tageslicht

Wohnstraße und Schulhof im Tageslicht, durch ein Autofenster gesehen
Originalorte

Die dokumentarischen Begegnungen drehen wir mit zwei Kameras. Eine Kamera bleibt bei Edin und seinem Gegenüber. So müssen wir nichts wiederholen. Und wir müssen nicht unterbrechen, wenn es emotional wird.

Handkamera, natürliches Licht, Originalorte. Das Bild ist hier offen und lebendig, nah an der Wirklichkeit.

Edin vor einer Wand mit Fotos, Karten und Notizen, davor ein großer Tisch
Edins Raum
03

Edins RaumDas Archiv

Neutral

Edins Recherche hat einen festen Ort. Ein Raum mit hohen Regalen voller identischer Kartons, die bis ins Dunkel reichen. Sie stehen für die vielen Fälle, die nur als Zahl in einer Statistik auftauchen.

In der Mitte steht ein großer Leuchttisch. Edin zieht einen Karton heraus und öffnet ihn. Fotos, Zeitungsartikel, Ermittlungsakten, Karten. Er legt alles auf den Tisch und sortiert, stellt Fragen, verwirft Hypothesen.

Das Licht kommt hier aus dem Tisch, aus den Fakten. Im Studio kommt es von oben, auf den Menschen.

Zwei Tische prägen die Reihe: einer für die Recherche, einer für die Begegnung.

Die Bildsprache ist sachlich und präzise. Neutrales Licht, symmetrische Einstellungen, ruhige Fahrten entlang der Regale. Eine Kamera blickt unter anderem senkrecht von oben auf den Leuchttisch.

Edin und eine Betroffene nah beieinander am runden Tisch im warm beleuchteten Studio
Das Studio
04

Die BegegnungDas Studio

Warm

Ein runder, heller Tisch unter einer großen, ringförmigen Leuchte. Weiches, warmes Licht von oben. Der helle Tisch wirft es sanft zurück auf die Gesichter. Zu den Rändern fällt das Licht ab, der Raum verschwindet im Dunkeln.

Dort stehen unsere Kameras. Wir arbeiten mit langen Brennweiten aus der Dunkelheit heraus. So sind wir ganz nah an Edin und den Betroffenen. Augen, Hände, Pausen. Wir sehen die Emotionen, ohne aufdringlich zu sein. Für die Menschen am Tisch verschwinden die Kameras.

Die Stille darf stehen bleiben.

05

Die ReflexionEdin allein

Arbeitslicht

Das Studio im Arbeitslicht: runder Tisch, leerer Stuhl, Stative und Kabel
Der leere Stuhl

Nach dem Gespräch geht die warme Leuchte aus. Das Arbeitslicht des Studios geht an. Klares, ehrliches Licht, flach und ungeschönt. Jetzt sieht man das Studio, wie es ist. Stative, Kabel, der leere Stuhl.

Edin sitzt allein am Tisch und spricht direkt in die Kamera. Eine Kamera, eine Einstellung, nah. Nichts ist mehr inszeniert. Der Bruch im Licht macht spürbar, was das Gespräch mit ihm gemacht hat.

Team

Alexander Harbi

Regisseur und Autor

Alexander Harbi

Alexander Harbi ist Regisseur und Autor aus Köln mit langjähriger Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung hochwertiger Dokumentationen für ARD, ZDF und National Geographic.

Sein Schwerpunkt liegt auf der Recherche und filmischen Umsetzung gesellschaftlich relevanter Themen.

Seine dokumentarische Arbeit zeichnet sich durch investigative Tiefe, einen vertrauensvollen Zugang zu Protagonist:innen sowie eine visuell und dramaturgisch hochwertige Umsetzung aus.

  • Für die ARD realisierte er als Regisseur und Autor die dreiteilige ARD Crime Time WAS GESCHAH MIT MANDY MÜLLER? (sagamedia, ARD)
  • Zu seinen jüngsten Arbeiten zählt die ZDF-Dokumentation BAD BANKER - GESTÄNDNISSE EINES GELDWÄSCHERS (Doc.Banijay, ZDF DIE SPUR)
  • Aktuell führt er Regie für eine weitere dreiteilige Doku-Reihe der ARD Crime Time (SWR) - VÖ 2027.
Bernd Hermes

DOP / Cinematographer

Bernd Hermes

Bernd Hermes ist Kameramann (Director of Photography / DoP) und Kamera-Drohnen-Operator. Er lebt und arbeitet in Hannover.

2025 erhielt er für seine Arbeit den Deutschen Fernsehpreis.

Er erhielt die renommierte Auszeichnung in der Kategorie „Beste Kamera Information/Dokumentation“ für seine herausragende Arbeit an der dreiteiligen ARD-Dokumentation „Roncalli – Macht der Manege“, die die Geschichte des berühmten Circus Roncalli beleuchtet.

Neben der prämierten Roncalli-Dokumentation wirkte er unter anderem an der Netflix/ARD-Produktion „Das Hausboot“ (mit Fynn Kliemann und Olli Schulz) sowie dem Spielfilm „Superbuhei“ mit.

  • Seine aktuellen Projekte:
  • BENKO – SIZE DOES MATTER (ARD, Fiction-Dokudrama)
  • JOSEPHINES LÜGE (Beetz Brothers, ARD CRIME TIME)

Wer war es?

Was bleibt?

Mein Leben Danach · 3 × 45 Min